10 Gründe für ein Wohnungs-Downsizing

Downsizing WohnungUnd schon wieder hat sich der stille Blog-Wurm eingeschlichen:
nach einem ordentlichen Frühjahrsputz (über welchen Ihr hier ebenfalls bald aufgeklärt werdet) hat uns das Umzugsfieber gepackt – Downsizing heißt die Devise.

Wie bereits im Buch oder hier im Blog anhand von einigen Beispielen beschrieben gibt es viele Möglichkeiten sich „kleiner zu setzen“, ohne dass es sich schlecht anfühlt. Im Gegenteil, bisher haben wir damit überraschenderweise fast nur gute Erfahrungen gemacht.

Nach der Sprachlosigkeit der letzten Wochen, haben Jack und ich uns gefragt, in welchen Punkten wir selbst noch nicht wirklich leben und was uns daran hindert.
Ganz klares Ergebnis: die Miete unserer derzeitigen Wohnung.
Denn diese während der von uns geplanten mehrmonatigen Reise zu zahlen, ist a) nicht machbar und b) dekadent. Dennoch fühlen wir uns gerne irgendwo zu Hause, warum auch das Einlagern unseres Hausstandes nicht in Frage kommt.

Das Ergebnis unserer Überlegungen ist unser bisher größtes Downsizing-Projekt:
Wir ziehen in eine günstigere Wohnung!

Nicht, dass die bisherige nicht schön ist, jedoch finden sich mit den Jahren Kleinigkeiten, die stören. Außerdem hat man viele, viele Bäume um unsere Wohnung herum gefällt, die uns immer das Gefühl gaben wenigstens noch ein kleines bisschen Natur um uns herum zu haben. Und wie das Leben so spielt – prompt ergibt sich zufällig eine alternative Wohnmöglichkeit.

Da es sich momentan richtig gut anfühlt, diese kleinere, aber in gewissem Sinne feinere Wohnung zu bewohnen, findest Du im Folgenden eine kurze Gedankensammlung, warum Downsizing deluxe ist:

10 Gründe für ein Wohnungs- Downsizing

  1. Es fallen weniger Mietkosten an.
  2. Es fallen weniger Nebenkosten an. (weniger Heizkosten, weniger Anteile an Gemeinschaftsverbräuchen, etc. ;-) )
  3. Es gibt weniger zu putzende Räume!
  4. Ein Tapetenwechsel, der noch einmal Schwung, Kreativität und Einflüsse mit sich bringt.
  5. Stolze Verwunderung, wie viele Dinge wir nun nicht mehr beim Umzug berücksichtigen müssen, weil wir sie bereits verkauft haben.
  6. Überraschte Freude, dass wir doch noch einige Dinge besitzen, die wir lieber downgraden möchten.
  7. Ich (Emi) freue mich nun so viele Lebensmittel wie möglich aufzuessen, damit wir sie nicht mitschleppen müssen.
  8. Nach dem Downgraden hat man oft mehr Platz, wir haben und sogar von einigen Möbelstücken getrennt, die nicht mehr gefielen oder einfach keine Verwendung mehr als Stauraum hatten. Downsizing der Wohnung ist von daher klasse, denn der Raum der kleineren Wohnung wirkt nicht so verloren wie in der größeren.
  9. Wir konnten nun noch einmal bewusst auswählen, in welche Gegend wir ziehen und zu welchem Preis wir wohnen möchten.
    Nach dem Downgraden haben sich unsere Ansprüche an Ruhe, Natur, Verkehrsanbindung und vor allem dem „Prestige“, welches eine Wohnung darstellt, verändert. Wir mögen keine Wohnung mehr haben, um bei anderen Eindruck zu schinden. Wir möchten uns wohl fühlen, möglichst wenig Geld bezahlen (welches dann für die angenehmen Dinge des Lebens zur Verfügung steht) und schnell in der Natur sein.
  10. Kleinigkeiten, die uns an unserer bisherigen Wohnung störten, sind nun nicht mehr relevant. Dafür kommen bestimmt irgendwann andere, aber die kennen wir noch nicht. :-)

Und nun packen wir es an! Deshalb wird bis Ende des Monats auch weiterhin Stille im Blog herrschen…

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ralph

    Ich mag kleine Wohnungen und ich hoffe das ich mir irgendwann etwas passendes kaufen kann. Aktuell lebe ich allein auf 45qm.

    Die Anregungen sind super! Umziehen mag ich deswegen trotzdem nicht, da ich aus verschiedenen Gründen 2013 zweimal umgezogen bin.

    Ich entrümple gerade meine Wohnung. Gerade bin ich dabei über meine immer leerer werdenden Möbel und deren Zweck nachzudenken. Demnächst wird es da wohl auch noch etwas weniger werden…

    Gruß Ralph

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  2. Nikuscha

    Viel Spaß beim Wohnungswechsel!
    Ihr scheint eine richtige Entscheidung für euch getroffen zu haben.
    Ich habe das Glück, noch nicht an dem Punkt angekommen zu sein, wo das “traute Heim” so perfekt eingerichtet und aufeinander abgestimmt ist, dass ich Angst hätte, mich davon zu lösen, oder die Strukturen aufzubrechen.
    Momentan lebe ich noch im studentischen Möbelchaos, was aber gleichzeitig sehr befreiend ist, weil die Gegenstände einzeln und nicht als Gesamtwerk zählen. Daher kann ich mich leichter von einigen trennen, wenn es nötig ist.
    Ich persönlich mag Tapetenwechsel (vllt, weil ich schon so oft umgezogen bin) und das Gefühl, sich selbstbestimmt einen Wohnort aussuchen zu dürfen (z.B. auch wenn sich die Bedürfnisse ändern – neuer Job, Uni, Baby). Natürlich fällt es einem auch leichter, wenn man nicht mehr so viel Besitz hat, den man mitnehmen muss.

    Es gibt aber auch Unerfreuliches: wenn man sich bereits eine Infrastruktur samt Lieblingsbäcker, -gemüsehändler, etc. aufgebaut hat, muss man sich an einem neuen Ort wieder neu zurechtfinden.

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  3. Maria

    Hallo Jack und Emi!
    Ich lese euren Blog schon seit einiger Zeit und im Gegensatz zu vielen anderen minimalistisch/nachhaltig ausgerichteten Seiten will ich euch auch weiter folgen, denn ihr schreibt nicht nur übers Ausmisten sondern habt auch interessante Gedanken hier für uns Leser.
    Seit kurzem denke ich auch, dass eine günstigere Wohnung einige Vorteile hat.. Nur wohne ich in meiner erst seit einem Jahr und habe Geld in die nötige Renovierungsarbeiten investiert, es fühlt sich irgendwie blöd das Ganze jetzt zu verlassen. Ich bin noch am Denken also, aber freue mich, dass ihr schon eine Alternative habt! Viel Erfolg beim Umzug und viel Freude mit eurem neuen Zuhause :)

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  4. besitzloser

    Willkommen im Club ;-) Schade dass es in Deutschland nicht erlaubt ist, ohne sog. “festen Wohnsitz” dauerhaft zB im Wohnmobil zu leben, oder auch andere Unterkünften…. ;-)

    @Nikuscha, erlaube mir eine Bemerkung: Das Neue ist doch nicht unerfreulich! Das Gewohnte ist Stillstand, das Neue ist Leben. Das Klammern an Gewohntem ist auch ein Bewahren von vermeintlichem Besitzstand. Lass Dich doch auf das neue ein und sehe die Bereicherung, wenn Du zB einen neuen Bäcker entdecken “musst” der vielleicht ein noch viel leckeres Angebot hat oder so in der Art…;-)

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    1. Nikuscha

      Ach, du hast natürlich auch vollkommen recht!
      Ich bin nur gerade so zufrieden und glücklich mit meiner momentanen “Infrastruktur”, dass ich das noch ein bisschen genießen möchte. Hatte das letzte halbe Jahr bereits genug Abstand davon, sodass ich wieder froh bin, zum “Gewohnten” zurückgekehrt zu sein.
      Aber ansonsten bin ich für Veränderung und Wandel. Der kann aber ja auch unterschiedlich aussehen :)

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  5. Sandra

    Ich kann eure Gedanken total nachvollziehen. Es gibt einem ein gutes Gefühl, alles, was man wirklich liebt und will um sich zu versammeln, und ich kenne das Gefühl, zu viel leeren unnützen Raum zu haben. Als ich vor fast 6 Jahren von meiner allein bewohnten Zweizimmerwohnung in ein WG-Zimmer zog, meinte meine Mutter missbilligend: “Zurück ins Kinderzimmer.” Aber ich fühle mich heute hier noch genau so wohl wie bei meinem Einzug. Ich habe alles, was ich brauche – und jetzt kriegen wir sogar einen Balkon! – und wohne keinesfalls beengt. Ich arbeite sogar in meinem gemütlichen Zimmer.

    Genießt euer neues Zuhause. Und danke für euer inspirierendes Blog. Sandra

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  6. einfacheinfachleben

    Hallo Emi & Jack,

    ich bin mit meiner Wohnsituation gerade ganz zufrieden und trotzdem immer wieder bzw. anhaltend dabei, Dinge noch gehen zu lassen. Aktuell insbesondere aus meinem sehr vollen Keller;-). Schritt für Schritt.

    Euer Post über der “Tod rückt näher” hat mich ebenfalls an diverse Situationen in meinem Leben erinnert, in denen in meinem Umfeld Menschen teilweise sehr früh bzw. sehr plötzlich aus dem Leben gerissen worden sind. Der Tod ist daher für mich schon seit meiner Jugend nichts, was irgendwann passieren wird, sondern jederzeit eintreten kann. Ich finde es gut, immer wieder daran erinnert zu werden, um das Heute immer wieder bewußter erleben zu können.

    Viele Kraft für Euren Umzug & viele Grüße aus Berlin,
    Anja

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  7. Tanja Heller

    Ich kann nur jeden beglückwünschen, der sich wohnlich verkleinert. Es ist so schnell geputzt, einfach zu managen und superpraktisch. Leute, die ein Haus haben, tun mir echt leid. Der Wohnraum wird dann einfach zu groß, wenn alles Überflüssige mal draußen ist. Meine 53 qm finde ich jetzt riesig. Ich träume ja von einem Wohnmobil …

    Wünsche euch einen guten Umzug! Auch meine Umzüge habe ich reduziert …

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  8. @MarkRitter82

    Genial. Das ist downshifting at its best! Ich wünsche euch beim Umzug alles gute und dass ihr gut in den neuen Räumlichkeiten ankommt und den neuen finanziellen Freiraum gut für euch nutzt!

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  9. Einfach bewusst

    Hallo Emi und Jack,

    so ruhig hier geworden. Seid ihr schon auf Reisen oder gar auf Lesereise ;) ?

    Ich kann nur zustimmen, dass eine kleine Wohnung viele Vorteile mit sich bringt. Sehe sogar noch weitere, wie etwa der geringere Ressourcen- und Flächenverbrauch. Beides ist heutzutage extrem knapp. Stephi und ich ziehen diese Woche zusammen. Die neue Wohnung ist kaum größer als jeweils unsere Singlehaushalte zuvor.

    Nur den Satz “Dennoch fühlen wir uns gerne irgendwo zu Hause, warum auch das Einlagern unseres Hausstandes nicht in Frage kommt.” verstehe ich nicht. Während der “mehrmonatigen Reise” ist der jeweilige Aufenthaltsort Eure Heimat. An die Wohnung oder den Kram zuhause werdet ihr keine Minuten denken. Zumindest ging es mir so auf meiner anderthalbjährigen Radweltreise vor paar Jahren. Dass meine Sachen bei meinen Eltern eingelagert waren, habe ich keine Sekunde bereut. Dadurch waren meine laufenden Kosten in Deutschland quasi gleich null, so dass ich länger reisen konnte bzw. zurückkam und noch immer ein finanzielles Polster hatte.

    Viele Grüße aus Franken

    Christof

    Antworten
  10. Pingback: Blog:kade adé | Downgrade Deluxe

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