Kurztrip: Entschleunigung in einem buddhistischen Kloster

Downgrade Deluxe_Kloster

Unsere liebe Freundin hat es getan: Nach viel Rummel im Beruf verabschiedete sie sich letztes Jahr für ein paar Tage in ein buddhistisches Kloster. Entschleunigung mal anders.

Begeistert kehrte sie zurück und infizierte Jack und mich mit ihrer Geschichte. Die müssen wir natürlich mit Dir teilen.

 

Hallo,

vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, unsere Fragen über Deinen Aufenthalt in einem buddhistischen Kloster in Deutschland zu beantworten.

1. Also erzähl mal, in welchem Kloster warst Du und wie lange?

Hallo Jack und Emi! Ich war im Februar 2013 zum regenerierendem Kurzurlaub für 4 Tage im Gästehaus des Klosters Buddhas Weg im Odenwald. Die Klostergemeinschaft von Mönchen und Nonnen in der Lin-Chi-Tradition gehen den Weg des vietnamesischen Zen (Thien).

2. Wie bist Du darauf gekommen zur Entschleunigung in ein Kloster zu gehen? Warum bist Du ausgerechnet in ein buddhistisches Kloster gegangen?

Tja, zu dieser Zeit wollte ich einfach nur weg aus meinem Alltag, abschalten und für mich zur Ruhe und Klarheit kommen. Erst hatte ich nach Wellness-Angeboten in der Natur geschaut und bin dabei darauf aufmerksam geworden, dass man als Gast in ein Kloster gehen kann. Ich gehöre keiner Religion an. Mich hat ein buddhistisches Kloster am meisten angesprochen, da ich mich mit der Religion am meisten identifizieren kann.

3. Hast Du am Klosteralltag teilgenommen?

Ja, teilweise. Frühstück, Mittag- und Abendessen wurden immer zusammen mit den Nonnen und Mönchen eingenommen. Dabei wurde am Anfang und Ende ein Gebet/Dank gesprochen und die ersten 10 Minuten in Schweigen gegessen. Durch die Stille wurde mir ein bewusstes Essen klar.
Generell konnte man frühmorgens (ca. 5:30 Uhr) und abends mit den Mönchen meditieren. Das habe ich einmal abends wahrgenommen. Ansonsten habe ich sehr oft für mich allein im Zimmer meditiert.

4. Welche Verhaltensregeln gab es?

Das Kloster bat um ruhiges Verhalten im Kloster, pünktlich zum Essen und zur Meditation da zu sein, um den Alltag der Mönche und Nonnen nicht zu stören. Ansonsten gab es keine speziellen Regeln.

5. Haben Dich die Verhaltensregeln beeinflusst?

Ja, ich war vorsichtiger im Umgang und Kontakt mit anderen Menschen und auch mit mir. Einige Besucher waren im Schweige-Retreat, andere wollten für sich sein und einige suchten den Kontakt und den Erfahrungsaustausch mit anderen Gästen. Ich habe ein paar interessante Gespräche geführt.

7. Welchen Eindruck haben Zen-Meister und Mönche auf Dich gemacht?

Der Zen-Meister war zu dieser Zeit leider nicht im Kloster. Die Mönche und Nonnen waren sehr hilfsbereit, ruhig und schienen sehr bei sich angekommen.

8. Wie hast Du die Tage im Kloster erlebt?

Das war mal ein etwas anderer Urlaub. Es war am Anfang ein etwas merkwürdiges Gefühl, so in sich gekehrt zu sein, hat mir aber später einige gute Gedanken gebracht.

9. Was hat Dich am meisten beeindruckt?

Die ruhige Atmosphäre im ganzen Kloster. Und die Zeit und meine Gedanken rannten nicht so wie zu Hause in meinem Alltag.

10. Welche besonderen Erfahrungen nimmst Du für Dich mit?

Am Kloster gab es eine Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin, in der ich Akupunktur und Shiatsu kennengelernt habe. Shiatsu hat mich so sehr beeindruckt, dass ich seitdem regelmäßig diese Heilbehandlung durchführen lasse, um meinen Stresslevel zu reduzieren. Es tut mir gut.

11. Noch ein Wort an die Leser?

Wenn Du das Gefühl hast, Du musst wieder zu Dir kommen, bist nur noch gestresst und weißt gar nicht mehr, wer Du bist, kann ich Dir einen Aufenthalt in einem Kloster nur empfehlen. Es war für mich eine neue Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Herzlichen Dank für Deine offenen Worte!

 

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