Preiswert durchs Jahr: Saisonales Obst & Gemüse

Saisonales Obst Gemüse Downgrading

Wir könnten uns jetzt darüber aufregen, dass selbst beim Discounter im Winter Ananas, Bananen und Erdbeeren erhältlich sind. Tun wir aber nicht…

Wir freuen uns…

… weil wir soeben eine wunderbar leckere Lauchsuppe gekocht haben. Der Lauch war knackig und frisch, 30 km entfernt gewachsen und geerntet.

Langsam und schonend gart das kostbare Grün… 
Selbst Bio-Lebensmittel, die momentan saisonbedingt angeboten werden, kosten nicht viel.
… Jack rührt langsam im großen, übervollen Topf…
Ob bio oder konventionell, saisonales Gemüse ist immer deluxe. Das ist das Erste, was ich im Oecotrophologie-Studium gelernt habe.
…und wir freuen uns, weil es gleich etwas richtig leckeres, gesundes zu essen gibt.

Saisonales = deluxe?

Ja, weil es zunächst einmal weniger kostet als nicht saisonales Obst und Gemüse. Logisch, denn es wird in Deutschland gezogen, geerntet, distribuiert und schon liegt es im Supermarkt. Vielleicht braucht es einen Tag länger ins Verkaufsregal als auf den Wochenmarkt und hat dadurch leichte Lagerverluste der Vitamingehalte.

Aber es musste nicht:

  • im Treibhaus gezogen,
  • unverhältnismäßig weit transportiert,
  • gekühlt gelagert oder
  • nachgereift werden.

Fazit:

Saisonales Obst und Gemüse fühlt sich deluxe an. Nicht ausschließlich deshalb, weil Du Dich nachhaltig verhältst, sondern primär weil es Deinen Geldbeutel schont. Zudem ist es meist frisch, hat ein sehr intensives Aroma und viele Vitamine.

Hier findest Du den Saisonkalender für Obst & Gemüse vom aid infodienst. Zusätzlich zu den saisonal produzierten Mengen sind die Importmengen dargestellt. Selbst mein Lauch wird in den Wintermonaten, in denen er im hohen Maß regional verfügbar ist, importiert. Es lohnt sich folglich auch darauf zu achten, wo das Obst und Gemüse produziert wurde.

Fragt sich nur noch, wer von uns im Winter die Erdbeeren kauft?

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Toffel

    Hach, wie recht Du hast.
    Manchmal helfe ich in einem Genossenschaftsladen aus. Ich könnte heulen, wenn ich sie sehe: Die Pädagogen mit dem Anti-Atomkraftsticker, wie sie aus dem Auto steigen … halt, nicht urteilen wollte ich ich diesem Jahr.
    Also, Bio-Äpfel aus Argentinien für 4,99 das Kilo. Muss nicht sein.
    Bei mir liegen ganz friedlich noch Äpfel, die ich im Oktober gepflückt habe.
    Hätten wir sie nicht genommen, sie wären vergammelt … 1 Kilometer Luftlinie vom Bio-Laden.
    *seufz*

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    1. Emi Artikelautor

      Das mit den Äpfeln scheint ein weit verbreitetes Phänomen zu sein! … und ich dachte bei uns wäre es eine Ausnahme.

      Über Ebay-Kleinanzeigen hat eine Freundin im letzten Herbst eine Möglichkeit zur Apfelernte gefunden. Ganz in der Nähe steht der Baum eines älteren Pärchens, die leider körperlich nicht mehr in der Lage sind, selbst zu ernten. Außerdem trug der Apfelbaum so viele Früchte, dass es ihnen zu viel Arbeit bereitet hätte, diese zu verarbeiten.
      Meine Freundin hat sich also dort 2 Kisten abgeholt – natürlich geschenkt- und erfahren, dass die alten Leute schon an mehreren Stellen versucht haben, die Apfel zu verschenken. Im Tierheim z.B. durfte man die Äpfel nicht annehmen, weil man nicht wusste, ob sie behandelt waren. (Waren sie nicht ;-) )
      Noch ein weiteres Mal bezog meine nun in Apfelmus, Apfelkuchen und -Saft erprobte Freundin dort kistenweise Früchte ab. Außer ihr hatte sich niemand auf die Kleinanzeige gemeldet. Tja und aufgrund des Laubs und der milden Temperaturen hat sie dort noch vor Silvester die letzten und erstaunlicherweise gut erhaltenen Äpfel vom Boden aufgelesen.

      Soviel zum teuren Obst und Überfluss in Deutschland…

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  2. Dominik

    Einerseits wird über die ständig ansteigenden Lebensmittelpreise gejammert, andererseits wird das teuer importierte Obst und Gemüse zu Wucherpreisen gekauft. Wenn man darüber nachdenkt, ein sehr unverantwortliches und unreflektiertes Verhalten. Das Beispiel mit den Äpfel zur gratis Selbstabholung finde ich ganz typisch für die heutige Gesellschaft: Billig schön und gut, aber nur ja keinen Finger dafür rühren müssen. So bequem wie möglich lautet die Devise. Ich finde, saisonale Produkte sind tausend Mal schmackhafter als die importierten “Luxusgüter”. Eine Erdbeere im Winter schmeckt nämlich nicht süß, sondern einfach nur wässrig und fad. Und ein Bläschen im Mundbereich kann man sich auch ganz schnell davon holen, aufgrund der ganzen Spritzmittel und so.
    Aber egal, jammer hilft auch nichts und Menschen verändern ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Man kann nur “vor seiner eigenen Haustüre” kehren und nach besten Wissen und Gewissen handeln.

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    1. Emi Artikelautor

      Dabei macht selbst ernten doch eigentlich Spaß! :-)

      Im Sommer findet man viele Felder, auf denen man Erdbeeren pflücken kann. Letztes Jahr haben wir zum ersten Mal eine Kartoffelnachlese mitgemacht und Bucheckern gesammelt.
      Hatte ein wenig das Gefühl wieder Kind zu sein, zu sammeln, mich zu bewegen und ganz viele gutschmeckende Schätze mit nach Hause zu nehmen. Die, wie du schon sagtest, viel viel besser schmecken als “das künstliche Zeug” im Winter. Kostenlos oder sehr günstig, aber der Wert dieser Lebensmittel für uns unbezahlbar…

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