Warum Minimalismus und Nachhaltigkeit zusammen gehören

Nachhaltigkeit Minimalismus

 

Minimalismus und Nachhaltigkeit

- Wie passt das zusammen?

Auf vielen Minimalismus-Blogs findet man ebenso Inhalte über Nachhaltigkeit. Beispielsweise sind Plastikreduzierung, Müllvermeidung, nachhaltige Entsorgung von Ausgemistetem und Konsumverzicht immer wieder Thema.

Aber warum ist das so? Die grundlegende Intention von Minimalismus ist doch nicht Naturschutz oder ökologischen Ursprungs, geschweige denn Nachhaltigkeit.

Oder etwa doch?

Meine Recherchen haben mich eines Besseren belehrt:
Es gibt viele Menschen, die nicht aus egoistischen, sondern aus ökologischen Motiven minimalistischer leben möchten.

Das heißt, nicht der Suffizienzgedanke („Ich habe genug oder zu viel von allem und möchte mich durch Einfachheit besser fühlen.“) treibt an, sondern Nachhaltigkeit („Ich möchte so wenig negativen Einfluss auf Ressourcen und Umwelt ausüben wie möglich.“) ist der Beweggrund für einen minimalistischeren Lebenswandel.

Folglich wird durch ein einfaches, minimalistisches Leben nicht nur Einfachheit, Entlastung und Entschleunigung, sondern auch Nachhaltigkeit angestrebt.

 

9 Gründe, warum Nachhaltigkeit und Minimalismus eng miteinander verbunden sind

1. Minimalismus hat Nachhaltigkeit als Konsequenz

Interessanterweise ergibt sich durch bewusste Entscheidungen im Minimalismus der Synergieeffekt der Nachhaltigkeit.

Dies beginnt bei verringertem Konsum und die verantwortungsvolle Entsorgung des Ausgemisteten (verschenken, verkaufen, etc.), setzt sich fort über veränderte Interessen in der Freizeitgestaltung (lieber wandern, selbst kochen, etc.) oder weniger Verschwendung von Alltagsgütern (Strom/Wasser/Heizung, Lebensmittel) und kann sogar auch im Verzicht auf Flugreisen („weil es mir in Deutschland eh am besten gefällt“) enden. Folglich führt die Vereinfachung Deines Lebens zu weniger negativen Umwelteinflüssen.

2. Minimalismus entwickelt ein Gefühl für Nachhaltigkeit

Nachdem der Anfängliche Zauber des Ausmistens und Reduzierens verflogen ist, fokussieren sich die meisten Minimalisten auf Vermeidung:

  • Vermeidung von Neuanschaffungen, die sie erneut „Zu-müllen“ oder überfordern
  • Vermeidung von Papiermüll, den man ständig weg bringen muss
  • Vermeidung von unnötiger Verschwendung
  • etc.

Dies ist bereits unbewusste Ressourcenschonung und somit nachhaltig, obwohl das primäre Ziel Entschleunigung und Einfachheit ist.
So nährt man sich immer mehr dem Thema Nachhaltigkeit an und früher oder später ärgerst Du Dich über die Unmengen an 
Plastikverpackung oder über Lebensmittel, die Du nicht einfach verkommen lassen möchtest.

3. Nachhaltiges Leben entwickelt ein Gefühl für Minimalismus

Umgekehrt ist dieses wunderbare Gefühl regionale oder sogar selbstgezogene Lebensmittel zu verarbeiten, einfach mal mit dem Rad zu fahren oder mehr und mehr auf Plastik zu verzichten eng mit der Philosophie des gelebten Minimalismus und der damit einhergehenden Einfachheit verknüpft.
Denn genau dieses Gefühl der Leichtigkeit treibt einen Minimalisten an, sich von weiterem Unnötigen und Belastendem zu trennen.

Folglich motiviert Nachhaltigkeit weitere Bereiche und Prozesse Deines Lebens zu vereinfachen und ressourcenschonender zu gestalten. Ehe Du Dich versiehst bist Du ein Minimalist, denn Minimalisten sind einfach einfach glücklicher. 

4. Beide geben Dir ein individuell gutes Gefühl

Gelebte Nachhaltigkeit wie auch Minimalismus geben Dir persönliche Befriedigung. Du stehst für etwas ein und nimmst Einfluss in Deinem möglichen Rahmen.

5. Beide bringen Dich zurück zu Dir selbst („Back to the roots“)

Einfachheit ist hier der Taktgeber: Je einfacher und (selbst)bewusster (im Sinne der Kenntnis von individuellen Bedürfnissen) Du lebst -also je minimalistischer- desto mehr nährst Du Dich einem naturnahen, nachhaltigen, low-impact Leben an.
Denn oftmals haben wir selbst gar nicht das Bedürfnis nach einem PS-starken Auto oder noch mehr Kleidung, sondern wir vermissen das ganz normale Sein ohne viel Schnick-Schnack.

Zurück zum Ursprung heißt bei gelebter Nachhaltigkeit und Minimalismus auch immer: Zurück zu Dir selbst!

6. Beide haben low impact-Wirkung

Ob als primäres Ziel oder Nebeneffekt: Nachhaltigkeit und Minimalismus tragen beide zur Ressourcenschonung bei.

7. Beide sind angetrieben von Verantwortung und individuellen Prioritäten

Im Falle des Minimalismus verzichtest Du freiwillig auf Überflüssiges, weil Du einfach genug davon hast oder es gar nicht benötigst. Egoistische Motive führen Dich zu einem Suffizienzgefühl, zur Einfachheit und zu Erleichterung. Du stehst für Dich ein.

Bei gelebter Nachhaltigkeit möchtest Du etwas an der bestehenden Situation verändern, weil Du Dich verantwortlich fühlst. Diese Verantwortung betrifft die eigenen Kinder, nachfolgende Generationen, die Natur und Umwelt. Hierfür lebst Du bewusster und verzichtest gerne.

8. Beide führen zu innovativen Lösungen

Die Liste der nachhaltigen Ideen und Lösungen im Rahmen des alltäglichen Lebens ist lang. Minimalisten wie auch nachhaltig Lebende nehmen diese gern in Anspruch. Beispiele hierfür sind:

Sharing-Bewegung, Tauschbörsen, Repair-Cafés, Upcycling, Do it yourself, Urban-Gardening,  etc.

9. Nachhaltigkeit und Minimalismus werden die Welt retten!

 

Für alle Weltretter

Eigentlich ist es doch egal, was Dein individueller Grund ist, Dich mit Minimalismus zu beschäftigen – ÖKO oder EGO -, wir retten die Welt und fühlen uns auch noch gut dabei.

WIN- WIN :-)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Maria Widerstand

    Hallo Emi!

    “Nachhaltigkeit und Minimalismus werden die Welt retten”

    Ein schöner Gedanken, ich hoffe, dass er Wirklichkeit wird und dass sich immer mehr Menschen so entscheiden!

    Toller Beitrag, gefällt mir wirklich sehr gut!

    lg
    Maria

    Antworten
    1. Emi Artikelautor

      Huhu Maria,

      vielen Dank für die Blumen. :-)

      Das ist ja genau das, was Du in Deinem Blog auch immer wieder förderst:
      „Leute, denkt nach, es geht auch einfacher!”

      Man muss ja nicht direkt ein Öko sein oder den „Nachhaltigkeits-Heiligenschein“ tragen…

      …einfach nur das konsumieren, was die eigenen Bedürfnisse befriedigt und sich nicht durch Werbung oder andere irgendwelche Scheinbedürfnisse einreden lassen.

      Voilá, was meinst Du, wie sich plötzlich die Wirtschaft verändert?
      Dann stehen Einfachheit und Nutzen im Vordergrund. Dann werden die wirklichen Bedürfnisse befriedigt… z.B. das Bedürfnis nach mehr Natur, weniger eigene Ressourcenbelastung, einfach kochen, Langsamkeit & Ruhe, Selbermachen, ein schönes Heim schaffen, weniger Auswahl und Fokus auf das Wesentlichen, etc.
      Die Kaufkraft wäre ja auch immer noch vorhanden. Sie würde lediglich Kanäle finden, die die Menschen auf einer ganz anderen Ebene viel tiefer und längerfristiger befriedigen als der „schnelle Spontankauf“.

      Die Menschen müssten einfach nur wieder herausfinden, wer sie wirklich sind oder waren bevor die Gesellschaft ihnen Statussymbole und „normalen“ Zeitvertreib (shoppen, fernsehen, andere beeindrucken, etc.) beibrachte.

      Da gibt es doch noch so viel mehr…

      LG Emi

      Antworten
  2. Pingback: Sport- und Fitnessblogs am Sonntag, 14. Mai 2017

  3. Tanja Heller

    Hallo Emi,

    automatisch ist der Nachhaltigkeitsaspekt mehr in Gedanken. Auch wenn der eigene Minimalismus darauf erst nicht ausgerichtet war. Früher hätte ich mich toll gefühlt weil ich mir Künstlerbedarf kaufe und wieder male. Heute brauche ich einfach das auf, was sich andere zu viel im Künstlerladen gekauft haben und ihre Aquarellrückseiten. So hab ich keinen Erfolgsdruck und keine Kosten. Die Leute sind entlastet von ihren Staubfängern.

    Lg Tanja

    Antworten
    1. Emi Artikelautor

      Huhu Tanja,

      schön von Dir zu hören! … und schön, dass Du bei Dir den selben Effekt festgestellt hast: Minimalismus macht automatisch nachhaltiger. :-)

      LG Emi

      Antworten
  4. Pingback: Lesefutter die Zehnte – wenig reicht auch

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