Warum du dich besser nicht mit einem Aussteiger unterhalten solltest

Aussteiger_Downgrade Deluxe_ DowngradingAussteiger tragen einen Virus in sich, höchst ansteckend und lebenslang nicht therapierbar.

Halte dich von Aussteigern fern, denn…

… einmal mit ihrem Traum infiziert, lässt dich das Gespräch nie wieder ruhen.

Unsere Krankheitsgeschichte von Beginn an:

Romantisiert mit einem leichten Robinson-Crusoe-Flair stellt man sich das Leben eines Aussteigers vor. Aus unserer Sicht, in unserem alten Leben, reine Exoten.

Bis… wir mal wieder durch das Leben überrascht wurden und uns mit einer wunderbaren, charismatischen Frau unterhalten durften.

Es geschah auf einer kleinen thailändischen Insel in der Adamanen-See. Sie erkannte sofort Jack’s Herkunft durch seinen Ruhrpott-Slang. Ihre Freude war groß, denn sie kam ursprünglich aus Duisburg-Wedau – zwei Ruhrpott-Schnauzen mitten im Nirgendwo.

Elke war eine bewundernswerte Frau von fast 50 Jahren mit einem Lächeln und einer Offenheit, die dir sofort das Gefühl geben, sie schon ewig zu kennen. Noch Jahre nach unserem zufälligen Zusammentreffen inspiriert sie uns und ihre Aussagen haben unser Leben maßgeblich für immer beeinflusst.

Sie ist eine Aussteigerin.

Schon mit 12 Jahren war sie sich bewusst: Sie möchte ihr Lebensglück nicht, wie ihre  Eltern, in Kindern, Haushalt und Arbeit finden. Die aufopferungsvolle Hingabe ihrer Mutter und deren Aussage, deren Glück seien die Kinder, schreckten Elke ab. Früh träumte sie von der Welt und den Möglichkeiten, welche das Leben ihr bot. Kinder, Heim und Herd waren für sie nie eine Option. Sie reiste viel und arbeitete als Postbotin bis sie durch Artrose zur Frührentnerin wurde.
Seither ist die Welt ihr zu Hause. Neugierig und philosophierend, reist sie minimalistisch mit einem kleinen Tagesrucksack durch die Welt und lebt von ca. 800€ im Monat. Trotz des wenigen Geldes, was ihr zur Verfügung steht, schien sie sehr, sehr glücklich zu sein.

Allen typischen, vernünftig-verängstigten Einwänden zum Trotz, gab sie uns auf all unsere Bedenken eine passende Antwort, welche uns wiederum zum langfristigen Nachdenken anregte.
So hatte sie keine Angst vor Krankheiten, da sie bereits Typhus und Malaria über sich ergehen lassen hatte. Sie vertraute auf die Heilkräfte ihres Körpers und ohnehin gäbe es in Thailand Krankenhäuser nach westlichem Standard. Nachdenklich fragte sie uns, warum die Deutschen immer so viel Angst hätten.
Ob sie dann nicht wenigsten Angst hätte als Frau ganz alleine zu reisen, zweifelten wir. Nein, ihr sei noch nie etwas geschehen. Wenn man sich unauffällig landestypisch verhält und kleidet, droht keine Gefahr. Außerdem gäbe es auch in Deutschland Stadtviertel, die man aus Sicherheitsgründen besser meidet.
Auch einsam sei sie nicht. Sie hatte mal einen Partner, der mit ihr reiste, leider war diese Beziehung nicht von Dauer. Dennoch hatte Elke nicht das Gefühl allein zu sein, denn immer wieder lernte sie interessante Menschen kennen.
Außerdem besuchte sie von Zeit zu Zeit die deutsche Heimat – jedoch ausschließlich im Sommer. Dann mietete sie dort eine kleine Ferienwohnung und genoss unser wunderschönes Heimatland. Die Frage nach eventuell auftretendem Heimweh hatte sie somit bereits beantwortet.

Wir hatten die Gelegenheit, sie ein paar weitere Male zu treffen. Entgegen all unserer Zweifel und sogar unserem Misstrauen, ob sie uns nicht einfach nur blenden wolle mit ihrem unorthodoxen Aussteiger-Leben, beeindruckte sie uns mehr und mehr mit ihrer Einstellung:

Sie vertraut dem Leben.

Generell schien sie in sich zu ruhen, aber gleichzeitig bei ihrem Gesprächspartner zu sein, wenn sie zuhörte. Sie berichtete von ihren Reisen, ihren Erlebnissen, von Traumstränden, an denen Frau nur verhüllt verweilen durfte. Sie erklärte uns die Lehre hinter der Ayurvedischen Ernährung.
Begeistert und mit leuchtenden Augen erzählte sie uns von Eckart Tolle und seiner Lebensphilosophie. Sein Buch JETZT- Die Kraft der Gegenwart war so etwas wie eine Bibel für sie.

Erfüllt mit Inspiration und der Gewissheit, dass jeder für sich selbst entscheiden darf, wie sie/er sein Leben leben möchte, traten wir die Weiterreise an.
Auch Aussteiger haben einst ein „normales” Leben gelebt, wie du und wir.

Wohin ging ihre Reise? Das wusste sie noch nicht genau. Sie hatte vor einigen Tagen einen älteren Herrn in der Früh am Strand beim Yoga beobachtet. Auf einem Bein stand er minutenlang, den Blick auf das erwachende Meer gerichtet. Das wäre wohl, was sie als nächstes erleben wollte. Auf nach Indien in ein Ashram

Und danach? Wer weiß… sie lebt heute und genießt jeden Tag… im JETZT.

Hattest Du auch schon einmal eine solche inspirierende und nachhaltige Begegnung, die Dein Leben veränderte?

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Nora

    Elke… sie lebt den Traum, den jeder manchmal für sich träumt… fremde Länder, fremde Religionen und alles steht einem offen! Spannend!

    Antworten
  2. Pingback: Gute nicht-Vorsätze, Träume und Blogzukunft 2014 | Downgrade Deluxe

    1. Emi Artikelautor

      oh ja, das hoffen wir auch!
      Wenn das Leben es so will, begegnen wir ihr noch einmal. Ohne sie wäre unser Leben sicherlich weniger positiv verlaufen! :-)

      Antworten
  3. sunny

    Hallo,

    was mich persönlich freuen würde, wenn es uns/mir hier im Heimatland (Österreich) gelinge würde, auszusteigen. Muss es immer das Ausland sein? Zugegeben, das Wetter ist im fernen Osten deutlich angenehmer. Möchte man sein Leben annehmen, im Hier und Jetzt, dann sollte das auch in der Heimat möglich sein. Ja, das Leben ist hier bedeutend teurer, aber mit “minimalistischer” Einstellung sollte das auch hier möglich sein. Ich hoffe, dass mir das einmal – hoffentlich nicht am Nimmerleinstag, möglich sein wird.

    Danke für den motivierenden Beitrag. Vertrauen ist das Zauberwort.

    lg
    Sunny

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    1. Emi Artikelautor

      Hi Sunny,

      Du hast vollkommen recht! “Aussteigen” heißt nicht unbedingt, dass man ins Ausland gehen muss. Vielleicht fällt es vielen in Ländern leichter, in denen die Lebenshaltungskosten geringer sind, aber wie sagt man? Am schönsten ist es immer noch daheim ;-)

      Jack und ich haben das auch so gemacht: Selbständig @ home mit Blick auf das, was für uns wirklich wichtig ist. Das reicht vollkommen, um zufrieden und zeitweise glücklich zu sein, denn hier haben wir Freunde, Familie und ein gemütliches Dach über dem Kopf. Was will man mehr?

      Schritt für Schritt – anstatt mit der Brechstange von jetzt auf gleich – hat es bei uns geklappt. Du schaffst das auch!

      Liebe Grüße, viel Vertrauen und noch mehr deluxe-Momente auf dem Weg in DEIN Leben!
      Emi

      Antworten
  4. sunny

    Liebe Emi,

    Danke für die aufmunternden Worte. Ich glaube auch, dass es zu schaffen ist, es ist einfach eine Entscheidung zu treffen, will ich downgraden mit allen Vor- und Nachteilen oder nicht. Beide Lebensstile, wie kaufen und kosumieren und gleichzeitig Minimalist zu sein ist ein Spagat der irgendwie nicht funktioniert oder sagen wir, nicht gut funktioniert. Auf jeden Fall ein spannender Weg und bitte weiter so nette Artikel …
    Danke

    lg
    Sunny

    Antworten

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