Wenn Du gehst… nimm nichts mit.

Warum bin ich einzigartig?

Die Omi, die in ihrem viel zu großen Haus gegenüber lebte, ist kürzlich verstorben.

Niemand hat etwas gemerkt, nichtmal die anderen “Alten” in der Nachbarschaft.

Heute steht ein Schrotthändler vor ihrem Haus. Eine junge Frau – vielleicht die Tochter – schafft Möbel und Plunder auf die Straße.

So schnell wie möglich füllt sich der kleine LKW, den ich von meinem Fenster aus nur zu gut sehen kann.

Viele Dinge verlassen das Haus der Verstorbenen.
Geliebte Dinge? Geduldete Dinge? Haben sie eine Geschichte oder warteten sie nur darauf die alte Dame zu überleben?

Es kracht und poltert. Porzellan geht zu Bruch, Eisen scheppert.

Was von diesen Dingen hat sie nie gebraucht? Was hat sie sich aufgespart?
Hat sie das wertvolle Porzellan oft genug benutzt, das teure Parfum oft genug aufgetragen?

Nach kurzer Zeit ist es wieder still in unserer Straße. Der LKW ist fort und nahm mit, was die alte Frau hier gelassen hat.

Mir wird klar: Nimm nichts mit!

Gönn Dir das Parfum, speise täglich vom wertvollen Porzellan…

Alles, was wir besitzen ist nur geliehen. Selbst, wenn wir uns daran festklammern oder es aufsparen, es gehört nicht für immer uns.

Wenn wir gehen, verlieren wir nicht nur unser Leben.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Maria Widerstand

    Hallo!

    Ich überlege mir zu dem Thema auch oft “will ich das meinen Kindern antun, sich um all diese Sachen in der Situation der Trauer kümmern zu müssen?”

    Als Kind habe ich immer alles aufgespart, wurde so erzogen. Mit dem Effekt dass meine gesparten Naschereien von meinem Bruder verspeist wurden, die kleine Parfumprobe vertrocknet ist und das Kleidungsstück zu klein wurde.

    Daher verwende ich das, was da ist – so wie Du schreibst. Auch das gute Geschirr und das gute Besteck und das gute Kleidungsstück.

    lg
    Maria

    Antworten
    1. Emi Artikelautor

      Huhu Maria,

      das ist wirklich die beste Einstellung!

      Man muss sich auch immer vor Augen halten, dass alles vergeht. Du kannst in der Realität gar nichts aufsparen, weil sich alles weiter entwickelt.
      Vielleicht gefällt Dir das Parfum ja auch nächstes Jahr schon nicht mehr. Oder die Naschereien verderben? Oder … na ja.. Du erlebst den Genuss gar nicht mehr.

      Das schlimmste wäre dann auch noch, wenn die Kinder wissen, wie sehr man an etwas gehangen hat und es dann selbst aufbewahren, weil sie es einfach nicht übers Herz bringen es wegzugeben.

      JETZT ist immer der richtige Moment :-)

      LG Emi

      Antworten
      1. Tina

        Hallo,
        ja, eine wunderbare Übung zum Loslassen und auch im Hier-und-Jetzt genießen.
        Mein Mann hat damals ein komplettes Service von Fürstenberg mit in die Ehe gebracht. Sonntags-Geschirr; so gut wie unbenutzt in der dritten Generation! Bei uns erlebt es seit einigen Jahren den Alltag, inklusive Grillparty im Garten.
        Ähnlich verfahre ich jetzt auch mit meinen Lieblingsstücken aus dem Kleiderschrank (sind eh meistens schon Second-Hand).
        Leben mit den Dingen, und wenn etwas kaputt ist: Loslassen!
        Viele Grüße Tina,
        freue mich über diesen anregenden Blog!

        Antworten
        1. Emi Artikelautor

          Hallo Tina,

          und ich freue mich, dass Du die selbe Erfahrung gemacht hast!

          Leben und genießen – das muss man sich erstmal gönnen können. ;-)

          Liebe Grüße
          Emi

          Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


2 + = zehn

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>