Wohnungs-Upgrade-Upgrade-Upgrade

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Gedanken zum Wohnungs-Downsizing:

Leben ist Veränderung. Veränderung ist Loslassen.
Loslassen ist ein spannendes Abenteuer.
Dein Leben ist das Abenteuer.

Downsizing = Deluxe oder was?

Bereits vor zwei Monaten haben wir in diesem Artikel aufgezählt, aus welchen 10 Gründen sich ein Downsizing seiner Wohnumstände lohnt bzw. lohnen könnte.
Ihr habt uns zahlreiche Kommentare gegeben, die uns noch einmal in unserer Entscheidung bestärkt haben. Dafür vielmals merci!

Obwohl wir uns auch über die Nachteile eines Downsizings bewusst waren, haben wir gerne weniger Platz, eine unbekannte Umgebung, mehr Entfernung zu Freunden, Verlust des Lieblingsbäckers ( ;-) ) etc. in Kauf genommen. Auch die arbeitsintensive Renovierung hat uns nicht abgeschreckt, diesen vermeintlichen Rückschritt zu machen, der uns ja in Zukunft nach vorne bringen soll.

Das Downgrade ist ein Upgrade!

Die neue Wohnung – vermeintlich dunkler, viel kleiner, jedoch mit einer schönen großen Terrasse – entpuppte sich nach Renovierung und einigen Umbaumaßnahmen schlichtweg als heller, größer und viel günstiger als unsere alte.

Schon jetzt haben Jack & ich oft baff auf der Terrasse gesessen, der dauerzwitschernden Amsel Zwitscher2 gelauscht und uns gefragt, wie wir so viel Glück haben konnten.

Eigentlich gehören wir nämlich zu den Menschen, denen das Glück nicht einfach zufliegt und die für jeden Schritt in ihrem Leben investieren müssen. So war auch die Renovierung/Teilsanierung der Wohnung kein Zuckerschlecken.

Nachdem wir jedoch Fliesen und Tapeten von den Wänden entfernt, erdrückende Holzverkleidung vernichtet, Steckdosen nach belieben verteilt und vor allem einen Zugang zum Speicher verlegt sowie durch eine Sparraumtreppe zugänglich gemacht haben, leben wir fast in unserer Traumwohnung.

Verrückt, denn diese ganze Aktion entwickelte sich erst während der Arbeiten. So kamen wir von der Frage, ob wir die Wände überhaupt überstreichen müssen zu neuer Tapete. Die Klappleiter zum bereits ausgebauten(!) Speicher erwies sich als unpraktisch und gefährlich, weshalb wir den Speicher wohl wenig nutzen würden.
Jack und sein Vater entschieden sich kurzerhand für einen ganz neuen Deckendurchbruch an einer Stelle, an der eine fixe Treppe angebracht werden kann. Nur zwei Tage später hatten wir deshalb plötzlich eine Maisonnette-Wohnung. Wahnsinn, auf dem ehemaligen Speicher ist so viel Platz, dass ich doch glatt meinen ersten Purzelbaum seit ca. 20 Jahren ausprobiert habe!
Der Platz soll auch so erhalten bleiben – zum Chillen, Konzentrieren und Meditieren.

Klar, haben die Umbaumaßnahmen mehr Geld gekostet als geplant, was dem ursprünglichen Zweck widerspricht. Doch wir hatten das Glück, dass unsere ehemalige Vermieterin uns zwei Monate früher aus der alten Wohnung entließ, was heißt, wir haben zwei Monatsmieten gespart und direkt reinvestiert.

Von solchen “glücklichen” Zufällen könnte ich hier noch einige beschreiben. Da es aber nicht bei allen Wohnungs-Downsizings dazu kommt, findet Ihr im Folgenden die individuellen positiven Erfahrungen, die wir bis jetzt aus dem Downgrade unserer Wohnung ziehen können.

  • Wir zahlen erheblich weniger Miete!
  • Wir leben nun näher bei einem Teil von Jack’s Familie und sehen uns erfreulicherweise viel häufiger.
  • Das Team Jack und Emi hat erfolgreich jeglichen Belastbarkeits- und Organisationstest bestanden! Nein wirklich, wir haben uns nur wenig helfen lassen und alle Arbeiten selbst durchgeführt. Das hat uns als Paar wachsen lassen, weil wir nun wissen, dass wir gemeinsam diskutieren, rackern und Lösungen finden können. Letztendlich macht uns das sehr stolz, unabhängiger und schweißt zusammen.
  • Trotz des Gefühls körperlich fix und fertig zu sein und nicht mehr weitermachen zu können, haben wir definitiv gelernt: es geht weiter und man kann noch Stunden weiter arbeiten.
  • Wir haben während des Umzugs noch einige Regale, Kram und Dekoration reduziert.
  • Wir werden noch weiter downgraden:
    - da wir “nur” noch ein Bad und kein Gäste-WC mehr haben,
    - weil wir immer noch Kram besitzen (wo auch immer der herkam – vermutlich sind Abstellkammern und Kleiderschrank immer noch die “Übeltäter”)
    - weil uns die Weitläufigkeit des Dachbodens gefällt
  • Ich (Emi) kann jetzt tapezieren.
  • Den Sommerurlaub machen wir wegen der Sonnen-Terrasse jetzt @home, dann kann es im Herbst auf Reisen gehen.
  • Die Internetverbindung ist schneller und günstiger
  • Internet und somit arbeiten können wir auf Balkonien
  • Die neue Wohngegend ist ruhig, ruhig, ruhig, obwohl wir wegen einiger Hochhäuser befürchtet hatten, dass es ein paar “Assis” geben würde.
    (Pfui, Vorurteile adé!)
  • Die Müllabfuhr holt hier wirklich den Müll selbst an die Straße, das lästige Tonne-rausziehen entfällt.
  • Täglich kommt ein Eiswagen vorbei und bimmelt.
  • Wöchentlich kommt ein Bauer mit seinem Wagen in unser Wohnviertel und verkauft  diverse seiner Produkte.

Was definitiv nicht positiv an unserem Wohnungs-Downsizing war

Es ist viel ARBEIT.

Nicht nur Umzug, Organisation, Schriftkram & Adressänderungen, Schleppen, etc. waren sehr anstrengend und manchmal auch nervenaufreibend, sondern auch Renovierungsarbeiten sind auf die Dauer kein Spaß.

Als Downgrader haben wir uns entschieden alles selbst zu machen. So sparten wir das Geld für Handwerker, betätigen uns ein wenig und konnten selbst kreativ werden. (Gut, dass Jack schonmal ein Eigenheim besaß, in welchem er sich bereits fleißig handwerklich ausgetobt hat.)
Voller Elan und mit sehr großer Freude gingen wir also ans Werk. Allerdings verließen uns diese recht schnell: Am 4. Tag, an dem Jack Putz von der Wand schlug und ich mit Tapetenabreißen zubrachte, hätten wir am liebsten spontan blau gemacht. Es half alles nichts, Augen zu und durch.

Letzteres führte zum nächsten Nachteil: SCHMERZEN
Es gibt Muskeln an Stellen, die könnt Ihr Euch nicht vorstellen. Der Muskelkater lässt Gott sei Dank nach, wenn man einfach weiter macht.  *autsch*

Dies führt zu NOCH MEHR SCHMERZEN, vor allem im Knie, im Rücken und überhaupt. Alles in einem war die Renovierungsphase für uns ein Ausnahmezustand, nach welchem erst einmal wieder ein gewisser Alltag einkehren musste. Vermutlich wäre ein WENIGER auch hier MEHR gewesen. Na ja, zumindest hat das Ergebnis der Renovierung uns zufrieden und ja sogar glücklich gemacht.

Ob unser momentanes Glücksgefühl nun an unserem Wohnungs-Downgrade-Upgrade liegt, weiß ich nicht.

Zumindest haben wir gelernt, dass das, an was Du Dich festklammerst, nicht unbedingt das individuelle Optimum ist. Du kennst das Zukünftige nur einfach noch nicht…

Unser persönliches Fazit

Veränderungen bedeuten manchmal Risiko, Angst und auch Anstrengung. Diese werden jedoch meist durch einen neuen Impuls, vielleicht sogar ein neues Lebensgefühl, Selbstvertrauen, Stärke oder Zufriedenheit ersetzt. Das ist der “Kick” hinter jeder Veränderung.

Bleibt entspannt,
Jack & Emi

PS: Habt Ihr ähnliche Erfahrungen mit einer vermeintlich schlechten Veränderung gemacht? Oder vielleicht hast Du ja auch schon einmal erfahren, wie es ist an einer großen Herausforderung zu wachsen bzw. zusammen als Paar zu wachsen?

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